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SIX ermöglicht dem Schweizer Finanzplatz eine Pionierrolle in digitalen Vermögenswerten

Bitcoin, Ether, Solana – Kryptowährungen sind ein globales Phänomen. Digitale Vermögens werte wie Wertschriften hingegen bleiben – regulatorisch betrachtet – auf lange Sicht eine nationale Aufgabe. Mit SDX von SIX an vorderster Front hat die Schweiz 2021 die Weichen für die zukünftig dafür benötigte Infrastruktur gestellt.

Es heisst, dass die Märkte für digitale Vermögenswerte von Natur aus global seien. Das läge an der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) und den Smart Contracts. Es gibt jedoch, insbesondere bei Wertschriften, viele regulatorische Herausforderungen, wenn es darum geht, diese digital in einem Land auszugeben, sie aber Investierenden aus ver­schiedenen Ländern anzubieten. Es handelt sich um stark national regulierte Finanzinstru­mente. Ein interna­tio naler Vermögenswert existiert nicht. Es gibt bilaterale Absprachen und Harmonierungs­bestrebungen, aber die Ent­wicklung eines globalen Regel­werks würde sehr lange dauern. Umso wichtiger sind natio nale Initiativen.

Schweizer Blaupause?

Die Schweiz ist aus regulatorischer Sicht ein hervorragender Standort für den Aufbau einer Infrastruktur für digitale Vermögenswerte. Regierung und Behörden sind bestrebt, ent sprechende Vorschrif­ten voranzutreiben. So hat der Bundesrat Mitte 2021 das so genannte DLT-Gesetz vollständig in Kraft gesetzt, das zehn besteh ende Bundesgesetze anpasst. Im September hat die Eidgenös­sische Finanz marktaufsicht FINMA zudem die für den Betrieb der digitalen Börse SDX benötigten Lizenzen genehmigt. Sie erlauben SIX den Aufbau einer vollständig integrierten Infrastruktur für Han del, Abwicklung und Verwahrung von digitalen Vermögenswerten auf Basis von DLT in einem regulier­ten Umfeld. Dieses weltweit einzig­artige Nutzen­versprechen mani festierte sich im November mit der ersten Emission einer tokenisierten Anleihe. Auch die Schweizerische Nationalbank – angewiesen auf eine sichere, effiziente und zukunfts­fähige Finanzmarkt infrastruktur – will den technolo­gischen Wandel verstehen. Mit dem Innovation Hub der Bank für Internatio­nalen Zahlungs­ausgleich und SIX erforschte sie im Projekt Helvetia, wie eine Trans­aktion tokenisierter Ver mögens­werte auf der Geldseite abge­wickelt werden kann. Sowohl die Ausgabe von digitalem Zentral bankgeld auf der DLT-Infra­struktur von SDX wie auch die Anbindung von SDX an das bestehende Schweizer Inter­banken-Zahlungssystem SIC – ganz ohne digitales Zentralbankgeld –­konnten erfolgreich getestet werden.

Distributed Ledger Technology und Tokenisierung

Der Handel mit Wertpapieren läuft schon lange elektronisch ab. Die Schwei­zer Börse hat als erste Börse der Welt den Ringhandel bereits 1996  durch ein elektronisches Handelssystem mit vollintegrierter Verarbeitung und Abwicklung der Trans­aktionen abgelöst. Der Prozess hinter einem Aktienkauf oder -verkauf ist jedoch der gleiche geblieben. Handel, Clearing und Settle­ment werden schritt­­weise durch­laufen. Die Distributed Ledger Technology (DLT) – auch Blockchain-Technologie genannt – ermöglicht nun digitalen Börsen wie SDX eine sofortige, gleichzeitige Abwicklung der Trans­aktion. Das setzt finan­zielle Mittel frei, die heute noch als Sicherheiten bei einer zentralen Gegenpartei hinterlegt sein müssen. Die dezentrale DLT-Architektur hat das Potenzial, die Funktion dieser zentralen Gegenpartei zu ersetzen, weil alle Beteiligten die gleiche Sicht auf die Dinge haben und Trans­aktionen automatisch über so genannte Smart Con­tracts ablaufen können. An einer digital­en Börse liegen die Ver­mö­gens­­werte in tokenisierter Form vor, das heisst in einem einheitlichen, im Prinzip unendlich fraktionierbaren Format. Durch Token­isi­e­rung werden auch Non-bankable Assets wie zum Bei­spiel Immobilien handel­bar.